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Aktuelles rund ums Saunieren

WELTWEIT – Schwitzen

Wer glaubt, das Prinzip der Sauna sei alleine auf die Erfindung der Finnen zurückzuführen, der irrt sich. Denn in allen Winkeln der Welt haben sich unterschiedlichste Schwitzkulturen entwickelt. Obwohl sie sich hinsichtlich Temperatur, Luftfeuchtigkeit und zeremonieller Ausführung teilweise stark unterscheiden, streben sie doch alle ein gemeinsames Ziel an:

Die absolute Entspannung.

Die Sauna ist ein fester Bestandteil des Lebens in Finnland.

Und auch über die Landesgrenzen hinaus genießt die Finnische Sauna einen überragenden Ruf. Da wundert es nicht, dass der „Raum aus Holz“ als größtes Exportprodukt für die Skandinavier weitaus mehr ist als nur eine Methode der Entspannung. Die Sauna ist „the way you live“ – eine Lebenseinstellung.

 

Das Onsen in Japan

Den Anfang macht die Schwitzkultur im asiatischen Raum. Hier formiert sich eine für westliche Maßstäbe ungewöhnliche Art der Entspannung: das Onsen in Japan. Neben Felsen- beziehungsweise Steinschwitzbädern geben die Japaner heute dem Onsen, einem Heißwasserbad, den Vorzug. Die geologischen Eigenschaften der Insel volkanischen Ursprungs schaffen hierfür ideale Voraussetzungen. Fast 2.500 Kubikmeter mineralisches Wasser sprudeln pro Minute aus über 25.000 Quellen, die sich über das ganze Land erstrecken. Sie bieten den Badenden neben der wohligen Wirkung des Wassers oft atemberaubende Ausblicke in die Landschaft Japans. Einige Quellen sind so heiß, dass sie als „Jigoku“, zu Deutsch „Hölle“, bezeichnet werden. Ist die Wassertemperatur unter 40 Grad, so steigt kaum jemand in die Becken, die sich im Freien befinden. Als ungeübter Europäer sollte man nicht allzu lange in den heißen Becken verweilen und auch lieber vorher die Wassertemperatur testen. Meist stehen drei unterschiedlich temperierte Becken zur Verfügung.

 

Das Arabische Hamam

Hunterte Kilometer westlich der Türkei, aber auch in anderen arabischen Ländern, findet man eine weitere Form der Entspannung: das Haman. Es hat sich aus der griechisch-römischen Badekultur mit ihren Thermen entwickelt. In beeindruckender Architektur wie aus Tausendundeiner Nacht erlebt der Badende ein intensives Entspannungszeremoniell: Eingehüllt in ein kariertes Baumwolltuch, das Pestemal, betritt der Badegast zunächst einen warmen Raum mit hoher, meist verzierter Deckenkuppel, der nach dem eigentlichen Hamam-Bad als Ruheraum genutzt wird. Doch als Erstes geht es ins Dampfbad, dessen Zentrum der Nabelstein, ein großes Steinpodest bildet. An den Wänden des Raumes befinden sich Waschbecken und bereitgestellte Kupferschalen für das Übergießen mit warmem Wasser. Nach der rituellen Waschung mach man es sich auf dem Nabelstein, auf dem mehrere Personen Platz finden, bequem und schwitzt bei ca. 50 Grad und 65 Prozent luftfeuchtigkeit. Von alle landestypischen Schwitzbändern ist das Hamam die Schönheitskur schlechthin. Nach dem porenöffnenden Dampfbad beginnt der Bademeister, genannt Tellak, seine eigentliche Arbeit, deine Prozedur aus Massagen und Peeling – dabei gilt die Devise hart, aber herzlich.

 

Sauna auf Russisch: Banja

Den nächsten Verwandten der Sauna findet man nur ein paar hundert Kilometer nördlich. In Russland, erfreut sich die Banja großer kultureller Beliebtheit. Es scheint, als fordere die sibirische Kälte noch mehr schweißtreibenden Einsatz als die skandinavische: Zwar ähneln sich die Raumtemperaturen in Banja und Sauna – oft begnügt sich das russische Pendant sogar mit weniger Hitze – doch die steten Aufgüsse mit großen Wassermengen machen die Banjahütte zum Dampfkessel. Anders als die Sauna, die neben dem traditionellen Urtyp vor allem Varianten mit großen Zugeständnissen an den modernen Komfort bietet, ist die Banja der Inbegriff des rustikalen Schwitzgenusses.

Die Finnische Sauna

Die traditionelle Finnische Sauna, die wir doch so gut zu kennen glauben, wird im Heimatland etwas anders als hierzulande genutzt. Beispielsweise schwitzen Frauen und Männer in Finnland meist getrennt. Auch die Temperaturen sind mit ca. 85 Grad deutlich gemilderter. Und auch der in Mitteleuropa so beliebte Duftzusatz für den Aufguss, der von Fichtennadel bis Grapefruit variiert, findet in Finnland keinen Absatz. Generell unterscheidet sich die Finnische Sauna von der eingedeutschten Version in ihrem lockeren Verlauf der Badegänge: Denn während in deutschen Saunen schon am Eingang Schilder auf das Regelwerk des Transpirieren auf die Minute genau hinweisen, schwitzt man in Finnland frei nach seinem Gusto. Hier war die Sauna enst Wasch- und Wirtschaftsraum, Kernstück des Familienlebens und wurde als sterilster Raum des finnischen Haushalts auch als Behandlungszimmer für Kranke und als „Kreissaal“ genutzt.

Südamerikanische Schwitzhütten

Jenseits des großen Teichs, in Nord-, Mittel- und Südamerika, haben sich Badevarianten entwickelt, die einerseits große Ähnlichkeit, andererseits aber auch große Unterschiede zur klassischen Finnischen Sauna aufweisen. Die Rede ist von Schwitzhütten, die zwar auch mittels übergroßer heißer Steine erwärmt werden, jedoch stehet hier ein religiöser, spiritueller oder gesundheitlicher Aspekt hinter dem Schwitzen. Die beiden Varianten unterscheiden sich vor allem in ihrem Aufbau: Das aztekische Temezcal (von Temas = Bad und Calli = Haus) ist früher aus luftgetrockneten Lehm- und später aus gebrannten Ziegeln errichtet worden. Die bereits erwähnten Steine werden in einer angebauten Feuerkammer erhitzt. Das Inipi der nordamerikanischen Lakota-Indianer wiederum besteht lediglich aus einer Konstruktion von Weiden- oder Haselruten, die mit Stoffen abdeckt wird. Die Feuerstelle befindet sich hier außerhalb der Hütte und wird von einer speziell damit beauftragten Person bewacht. Diese Person trägt zudem die heißen Steine in die Hütte und reicht zwischen den Schwitzgängen frisches Wasser. Sowohl Temezcal als auch das Inipi sind kuppelförmig aufgebaut und symbolisieren in ihrer Form den Bauch einer schwangeren Frau beziehungsweise Mutter Erde.

Auch wenn rund um den Globus verschiedenste Schwitzrituale entstanden sind, so tief in den Alltag verwurzelt wie die Sauna in Finnland ist sie wohl nirgendwo sonst. Doch egal, ob die jeweiligen Traditionen vom Klima geprägt sind, wie etwa Sauna und Banja, von der Geologie wie das Onsen, von der Religion und Spritualität wie Temezcal und Inipi oder vom Bedürfnis nach Reinigung wie vor allem das Hamam – eines ist allen gemeinsam: die Reinigung und Stärkung von Körper wie auch Geist und absolute Tiefenentspannung.

Die Sauna ist „the way you live“ – eine Lebenseinstellung.